Todesfalle Windrad

Gegenwind e.V. diskutiert mit Ornithologen

In einer Windkraftanlage verunglückter Rotmilan. Brilon, Sauerland (nahe Sunderhof)
In einer Windkraftanlage verunglückter Rotmilan. Brilon, Sauerland (nahe Sunderhof)

Der Verein „Gegenwind Obergrombach-Helmsheim-Kraichgau e.V.“ ist am 29. Januar mit seinem regelmäßigen Informations- und Diskussionsangebot ins Jahr 2014 gestartet. Zum „Gegenwind-Stammtisch“ konnte die Vorsitzende Christiane Berberich unter den über zwanzig Teilnehmern auch Gäste aus Bruchsal, Bretten und Umgebung begrüßen.

Im Mittelpunkt des Abends standen die „Vogelarten im Raum Bruchsal/Weingarten und deren Gefährdung durch Windkraftanlagen (WKA)”. Hierzu hatte Friedhelm Weick, ein anerkannter Ornithologe aus Bruchsal, eine erstaunlich umfangreiche etwa 100 Arten umfassende Liste über die heimische Vogelwelt mitgebracht, in der die jeweilige Gefährdung einer Art durch WKA angegeben wird. Anhand der Liste berichtete Herr Weick ausführlich und beantwortete die vielen Fragen der Teilnehmer kompetent.

Rotmilan im Kraichgau heimisch

Das Vorkommen von Rotmilan und Wespenbussard in oder nahe den Prüfflächen für den Teilflächennutzungsplan Windenergie in Helmsheim, Obergrombach und Gondelsheim spricht nach Meinung der Teilnehmer eindeutig gegen WKA in diesen Bereichen. Hinzu kommt, dass hier auch Fledermäuse heimisch sind, die durch WKA erheblich gefährdet werden.

Fazit

Die Teilnehmer waren sich einig, dass das Argument bedrohter Vogelarten alleine nicht ausreichen wird, Windkraftbefürworter von der zerstörerischen Wirkung der WKA für Mensch, Natur und Landschaft sowie der Unwirtschaftlichkeit der Windenergie im Kraichgau zu überzeugen. Deshalb sind weitere Themen in diesem Zusammenhang für Gegenwind-Stammtische vorgesehen.

Stammtisch im Januar widmet sich den Vogelarten im Raum Bruchsal

Der erste Stammtisch im neuen Jahr, zu dem wie immer alle interessierten Mitbürger herzlich eingeladen sind, widmet sich den „Vogelarten im Raum Bruchsal und deren Gefährdung durch Windkraftanlagen“. Hierzu wird Friedhelm Weick, ein anerkannter Ornithologe aus Bruchsal, einiges über die heimische Vogelwelt berichten und für Fragen zur Verfügung stehen.

Herr Weick ist Mitglied der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft und des Vereins sächsischer Ornithologen. Er arbeitete unter anderem als wissenschaftlicher Grafiker am Staatlichen Museum in Karlsruhe, hat einige Fachbücher veröffentlicht und war hauptsächlich als Illustrator an mehr als 100 weiteren Büchern und Zeitschriftenpublikationen beteiligt.

Der Stammtisch findet am Mittwoch, 29. Januar um 19.30 Uhr im Nebenraum des Burgstüble (Hauptstraße 20 in Obergrombach) statt.

Gegenwind nimmt Fahrt auf

Rückblick 2013

Im Frühjahr trafen sich einige Bürger zum ersten Mal, um die Möglichkeiten einer Eindämmung der Verspargelung des Kraichgau zu erörtern. Aus diesem Treffen hat sich schnell ein Verein entwickelt, der nur wenige Wochen später gegründet und bereits am 03. Juli ins Vereinsregister eingetragen wurde.

Knapp 50 Mitglieder konnten seitdem gewonnen werden und zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen wurden durchgeführt. Zu nennen wären da die monatlichen Stammtische, die allen Interessierten offen stehen und die Möglichkeit bieten sich zum Thema erneuerbare Energien und deren Auswirkungen auf Umwelt und Natur zu diskutieren, der Infostand beim real,- und nicht zuletzt die gut besuchte Informationsveranstaltung mit Herrn Trippe in der Turnhalle zu der Frage, wie die Energiewende ökologisch und ökonomisch zu meistern ist.

Auch für das kommende Jahr haben sich die Verantwortlichen um die erste Vorsitzende Christiane Berberich einiges vorgenommen. Es ist zum Beispiel vorgesehen die einzelnen Stammtische unter ein spezielles Motto zu stellen und einen Referenten einzuladen, der hierzu einen kurzen Vortrag hält, um im Anschluss noch reichlich Gelegenheit zur Diskussion zu bieten. „Das wird eine spannende Sache und es gibt zahlreiche interessante Themenvorschläge. Lassen Sie sich überraschen!“, so die Vorsitzende Frau Berberich, die sich auf diesem Wege bei allen Mitgliedern und Helfern für die Arbeit im letzten halben Jahr bedanken möchte. „Wir sind natürlich froh über jeden, der uns unterstützt. Vor allem freuen wir uns über weitere Mitglieder, denn nur so können wir uns bei den Verantwortlichen in der Politik genügend Gehör für unsere Anliegen verschaffen.“, so die Vorsitzende weiter.

Vorankündigung 2014

Die nächsten offenen Stammtische finden jeweils mittwochs um 19.30 Uhr am 29.
Januar, 26. März sowie am 23. April statt. Der genaue Ort und das jeweilige
Thema werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Die Energiewende im TV

In einem Beitrag des ARD Magazins Plusminus beleuchten die Autoren in der Sendung vom 9. Oktober die Tatsache, dass durch die Energiewende und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor allem moderne CO2-arme Gaskraftwerke auf der Strecke bleiben und zum Teil -unter anderem von der EnBW- nicht gebaut werden, weil der Strom von alten Braunkohlekraftwerken vorrangig in das Versorgungsnetz eingespeist werden muss, um Schwankungen von Wind und Sonne auszugleichen.

Schon vor etwas längerer Zeit, nämlich am 19. September, lief auf Arte im Rahmen eines Themenabends eine etwa 70-minütige Dokumentation zum „Experiment Energiewende – Deutschlands einsame Revolution”. Alle, die diese empfehlenswerte Reportage nicht sehen konnten, haben die Möglichkeit sich diese nochmals auf YouTube anzusehen.

Windkraftanlagen sind „nachtaktiv“

Dass Windkraftanlagen nicht nur tagsüber weithin sichtbare Objekte in der Landschaft sind beweist auf sehr deutliche Art und Weise die Internetseite Gegenwind Starnberg.

In dem Beitrag „Nächtliche Illuminationen” zeigt Autor Franz Pentenrieder einige Aufnahmen von Jörg Rehmann. Zu sehen sind Fotos von Biebern und Simmern im Hunsrück. Ein kurzes Video des Windparks Zöschingen im Landkreis Dillingen an der Donau verdeutlicht zudem das Blinken der Positionslampen.

Ist die Energiewende zu meistern?

Es vergeht kaum ein Tag an dem in den Nachrichten nicht von der Energiewende und der sog. EEG-Abgabe die Rede ist. Mit einer ersten Informationsveranstaltung am Montag, 09. September um 19.30 Uhr in der Turnhalle in Obergrombach möchte der Verein allen interessierten Bürgern die Gelegenheit geben sich über dieses Thema zu informieren.

Hierzu konnte Dipl. Ing. Jörg Trippe, ein ausgesprochener Fachmann in Sachen Energie, als Referent gewonnen werden. In seinem Vortrag wird er darauf eingehen, ob die Energiewende ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll zu meistern ist und ob es Alternativen hierzu gibt. Hierbei werden auch die Aspekte Strompreiserhöhungen, Versorgungssicherheit, Energieeinsparung und Energieeffizient näher beleuchtet.

Alle weiteren Details zu dieser Veranstaltung finden Sie im Kalender.

„Gegenwind“ aus der Taufe gehoben

Seit einigen Tagen ist die Obergrombacher Vereinsfamilie um ein neues Mitglied reicher: den Verein „Gegenwind“ Obergrombach-Helmsheim-Kraichgau.

14 Männer und Frauen legten den Grundstein für den Verein, der sich laut Satzung „für die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Sinne des Bundesnaturschutzes und der Naturschutzgesetzes der Länder, des Umweltschutzes und des Hochwasserschutzes” einsetzt.

Aktueller Anlass der Vereinsgründung ist die aktuelle Energiepolitik der Bundesrepublik und des Landes Baden-Württemberg. Durch Einleitung der „Energiewende“ und Abkehr von der Atomenergie sollen die Energielücken durch regenerative Energieträger ersetzt werden. Baden-Württemberg setzt dabei in besonderem Maße auf die Nutzung der Windenergie. In Baden-Württemberg wurden 4.100 Plätze ausgewiesen, die für den Bau von Windkraftanlagen geeignet sind.

Weitere Satzungsparagraphen widmen sich der „Verhinderung von Industrieanlagen in Natur- und Kulturlandschaften“ sowie des “Erhalts der natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen und Förderung des Bewusstseins in der Bevölkerung in diesem Sinne.“ Christiane Berberich erörterte der Versammlung die Vereinssatzung, deren Inhalt bereits vorher mit dem Amtsgericht und dem Finanzamt abgesprochen worden ist. Nach geringfügigen Änderungen wurde die Satzung von den Anwesenden einstimmig verabschiedet.

Für die ersten Neuwahlen wurde Jens Skibbe als Wahlleiter bestimmt. Folgende Ergebnisse sind zu verzeichnen: 1. Vorsitzende – Christiane Berberich; 2. Vorsitzender – Bernhard Köhler; Schatzmeister – Dr. Bernd Stojanik; Schriftführer – Michael Speck; Beisitzer – Silvia Hilsenbeck, Dr. Wolfram von Müller, Norbert Rohleder, Klaus Kehrwecker, Holger Berberich, Volker Mödinger und Eckbert von Bohlen und Halbach. Kassenprüfer wurden Peter Adam und Bettina Pfannendörfer. Sämtliche Berufungen erfolgten einstimmig.

Der Jahresbeitrag wurde auf 12,00 Euro festgesetzt. Das besondere Augenmerk von „Gegenwind“ wird in naher Zukunft auf den Windanlagen-Bau im Kraichgau gerichtet sein.

In einer sehr gut besuchten Veranstaltung im Januar dieses Jahres ließen die Verantwortlichen der Stadt Bruchsal sowie der Stadtwerke durchblicken, das die Verwaltungsgemeinschaft Bruchsal-Forst-Hambrücken-Karlsdorf/Neuthard einem Windkraft-Standort auf Obergrombcher Gemarkung den Vorrang einräumen will.

Ebenso informierte die Gebietsgemeinschaft Bretten-Gondelsheim-Walzbachtal darüber, dass sie als Standort für 12 Windkrafträder ein Waldgebiet bestimmen wird, das unmittelbar an die Obergrombacher Gemarkung angrenzt.

Wer weitere Informationen über „Gegenwind“ haben möchte oder Mitglied werden will, kann sich an Christiane Berberich (email: christiane.berberich@arcor.de; Tel.: 07257/1092) oder Dr. Bernd Stojanik (email: bernd.stojanik@t-online.de; Tel.: 07257/9252299) wenden.