Dumme Parole

Ein Leserbrief von unserem Mitglied Dr. Bernd Stojanik zum Artikel „Wir wollen uns weiterentwickeln” in der BNN vom 27. Februar 2015.

Die vermeintliche Klimakatastrophe schürt bei manchen doch große Angst. So große Angst, dass sie scheinbar nicht mehr in der Lage sind, klar zu denken. Anders ist es ansonsten nicht erklärbar, wie man fordern kann „den Landkreis bis 2050 Zeozweifrei zu machen“. – Das Wort „Zeozweifrei“ findet man weder im Duden noch bei Wikipedia. – Es wird erklärt mit: „keine schädlichen Kohlendioxid-Emissionen mehr“. Worin unterscheiden sich die „schädlichen“ von den „unschädlichen“ Kohlendioxid-Emissionen? Und wie vereinbart sich der Begriff „CO2-frei“ mit CO2-Emissionen irgendeiner Art? Sollen die Bürger mit solchen plakativen Parolen für dumm verkauft werden?

In einem CO2-freien Landkreis fahren keine mit Benzin oder Diesel betriebene Fahrzeuge mehr, es heizen keine Öl- oder Gas-befeuerten Heizungen mehr, es wächst keine Pflanze mehr, es gibt keinen natürlichen Abbau von Biomasse mehr und zu guter Letzt gibt es keine Bürger mehr, da sie aufhören müssen zu atmen. Denn sie stoßen mit ihrer Atemluft etwa 74000 Tonnen COpro Jahr im Landkreis Karlsruhe aus. Herrliche Aussichten für das CO2-freie Jahr 2050!

Belohnt wird dieser Irrsinn sogar mit einem Preis, übergeben vom Umweltminister Baden-Württembergs. Getreu dem Motto: „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ wird diese Auszeichnung „European Energy Award“ genannt. Auf deren „Goldumrandung“ legen die Verantwortlichen im Landratsamt besonderen Wert, da sie dadurch „mehr Fördermittel aus bestimmten Förderprogrammen“ erhalten.

Das, mit Verlaub, kann aber erst recht nicht das irrsinnige Ausrufen eines CO2-freien Landkreises begründen!

Ein effizienter – wenn überhaupt notwendiger – Klimaschutz kann weder kommunal noch national, sondern nur global funktionieren.

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Internetseite der Initiative zeozweifrei des Landkreises Karlsruhe.

Die Energiewende im TV (2)

Windkraftanlage bei Gillrath

Windkraftanlage bei Gillrath

Das SWR Wissenschaftsmagazin Odysso bringt am Donnerstag, 13. März um 22 Uhr einen Bericht über „Die vermurkste Energiewende”. Dabei geht es unter anderem um die Frage, was Ökostrom eigentlich wirklich kostet, warum wir trotz Energiewende immer mehr Braunkohlestrom erzeugen und warum in Baden-Württemberg die Windenergie nicht so richtig in Fahrt kommt oder kommen kann. Wer die Sendung nicht live im SWR Fernsehen verfolgen kann, findet den Beitrag auch in der Mediathek.

Kohlekraftwerk Niederaußem

Kohlekraftwerk Niederaußem

Bereits am 24. Februar lief in der NDR-Reihe „45 MIN” ein Bericht zur „Rückkehr der Kohle”. Die Autoren Inge Altemeier und Steffen Weber sind der Frage nachgegangen warum in Zeiten der Energiewende so viel Kohle wie nie verbraucht wird und neue Kraftwerke gebaut werden. Außerdem kämpfen immer mehr Menschen in der Nähe von Kohlekraftwerken mit gesundheitlichen Einschränkungen. Der Bericht versucht eine Antwort zu finden, ob möglicherweise die Abgase der Öfen dafür verantwortlich sind. Auf der Internetseite zur Sendung finden sich viele interessante Hintergrundberichte.

Im Jahr 2012 hat sich das Magazin Panorama zweimal mit der deutschen Energiewende beschäftigt. In der Sendung vom 10. Mai 2012 ging es in einem etwa fünf minütigem Beitrag um „Ökostrom: neue sinnlose Subventionen”. Die Sendung vom 21. Juni befasste sich eine halbe Stunde lang mit der „Energiewende: Größenwahn statt Megaplan”.